SEO für Onlineshops

E-Commercer wissen, dass das richtige Google-Ranking eine enorm wichtige Rolle spielt. Wer als Shop ganz oben bei den passenden Suchbegriffen rankt, hat schon mal die halbe Miete. Wer als Shop nicht oben im Ranking steht, bekommt keine Klicks und somit auch keine Käufer. SEO für Onlineshops ist bei weitem schwieriger als bei Webseiten oder Blogs. Dies liegt zum großen Teil an den Produktseiten, da die Produkte im Shop ständig wechseln. Egal in welcher Branche, Artikel laufen aus, werden überarbeitet, geändert oder erweitert. Um mit dem Shop oben gelistet zu werden gibt es viele Faktoren, die von Bedeutung sind. Im folgenden Artikel geht es um die wichtigsten Punkte.

Aufbau und Struktur

Die Struktur des Shops und somit der einzelnen Seiten, Rubriken, Produktseiten spielt eine ganz wichtige Rolle für das Crawlen der Seiten von Google. Google muss verstehen wie die Seite aufgebaut ist. Eine sinnvolle Strukturierung der Webseite und der Linkarchitektur ist also nötig. Zum Beispiel sollten Sie von der Hauptseite zu den Kategorien verlinken und von dort weiter zu den Produkten. Neue Produkte sollten gleich auf den Kategorieseiten verlinkt werden oder sogar auf der Startseite eine eigene Rubrik haben. Der Onlineshop sollte auf den ersten Blick die Kunden ansprechen und dazu animieren auf der Seite zu bleiben bzw. länger auf der Seite zu verweilen und Spaß daran zu haben sich durch das Sortiment zu klicken.

Keyword Research

Im Internet finden Sie viele Anleitungen wie Sie bei einer Keywordrecherche vorgehen können. Die klassischen Tools wie zum Beispiel der Google Keyword Planner sind natürlich ein wichtiger Faktor, aber es gibt auch andere mindestens ebenso wichtige Faktoren. Man muss nur über den Tellerrand hinausschauen.

⚬ Setzen Sie auf Keywords für die Sie schon ranken, auch wenn es nicht die erste Seite ist.

⚬ Amazon ist mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Konkurrent, aber sehen Sie Amazon nicht nur als Konkurrenten, sondern auch als Informationsgeber. Schauen Sie sich hier die Suchbegriffe an, die Amazon Ihnen vorschlägt, wenn Sie nach einem Produkt suchen. Die Kategorien könnten hier auch von Bedeutung sein. Es gibt ein Amazon Keyword Tool, testen Sie dieses.

⚬ Nutzen Sie Google Trends, hier können Sie sich den Suchtrend für einzelne Keywords anzeigen lassen. Für diese Suchbegriffe ist es einfacher zu ranken weil die Konkurrenz diese Wörter wahrscheinlich noch nicht nutzt.

Content

Content is King. Das Wichtigste um Ihren Shop (wobei dies nicht nur für Onlineshops gilt) exklusiv zu halten ist der Content. Klar spielen die Optik und die Usability des Shops eine wichtige Rolle für den Besucher, denn wie wir so schön sagen, dass Auge isst mit. Allerdings bringt das alles nichts, wenn Sie inhaltlich nicht relevant für den User sind. Also achten Sie immer darauf, dass der Content stimmt, interessant und wichtig für den Käufer ist.

Ein weiterer Bestandteil des Contents und somit ein SEO Basic sind die H-Tags (Heading Tag). Diese werden erstaunlich oft vergessen, sind aber ebenso wichtig wie andere SEO Maßnahmen. Diese H-Tags sind Überschriften (auf der Seite selbst) und geben Google und anderen Suchmaschinen die Information und Bedeutung der Inhalte. Hier werden z.B. von Google die Keywords identifiziert, da sie sich durch die Formatierung vom gesamten Text abheben.

Produktseiten richtig gestalten: Beschreibungen, Rezensionen, Fotos & Co.

Zu einer guten Produktseite gehört die passende Produktbeschreibung, am besten mehrere Rezensionen, Produktfotos, und eventuell ein Produktvideo.

Nutzen Sie nicht den Standardtext vom Hersteller. Werden Sie ein wenig kreativ und schreiben Sie Ihren eigenen Produkttext. Wenn es nicht genügend oder gar keine Produktfotos oder -videos gibt, machen Sie Ihre eigenen individuellen Bilder/Videos des Produktes. Google möchte unique content. Klar ist es oft gar nicht möglich, für jedes Produkt einen eigenen Text zu schreiben, suchen Sie dann die wichtigsten, umsatzstärksten Artikel, bei denen Sie die größte Marge haben und schreiben Sie einen individuellen Text. Geben Sie in den Datenfeeds der externen Webseiten (zum Beispiel Preissuchmaschinen oder Affiliate-Marketing usw.) den Herstellertext an. Dann ist der Text in Ihrem Onlineshop wirklich individuell.

Sorgen Sie dafür dass Ihre Kunden Ihre Produkte bewerten. Gerade wenn Sie auch nur den Standard-Herstellertext auf Ihrer Produktseite haben, sind gute Rezensionen wichtig für Ihre Webseite, da Google dies erkennt und sieht, dass Ihre Seite mehr zu bieten hat als andere Seiten, die ggf. den gleichen Standard-Hersteller-Text haben.

Duplicate Content vermeiden

Das Stichwort Duplicate Content ist ein bekanntes Thema im SEO-Bereich. Mittlerweile sollte jeder wissen, dass das Duplizieren keine Vorteile hat. Wie schon bei den Produktbeschreibungen erwähnt, ist es nicht sinnvoll die Hersteller-Texte zu verwenden, da dies auch als Duplicate Content von Google gewertet wird. Deswegen bestraft wird der Shop aber nicht sofort. Google scheut jedoch nicht davor Shops und Seiten abzustrafen, wie Panda und Quality Updates gezeigt haben. Der Grund ist, durch die vielen Seiten, die allesamt den gleichen Inhalt haben, sind diese für Google kaum noch zu unterscheiden. Oft generiert aber auch das Shopsystem so einen Duplicate Content.

Es gibt Seiten mit denen Sie testen können ob Ihr Shop ein Duplicate-Content-Problem hat:

⚬ Testen Sie den Google site Operator.

⚬ Schauen Sie sich den Index in der Google Search Console an.

Was tun bei Duplicate Content

⚬ Canonical Tag setzen (hier zeigen Sie Google welche Seite die Original-URL ist und im Umkehrschluss welche Seiten ignoriert werden können)

⚬ URL-Parameter in der Google Search Console setzen (wichtig bei Internationalen Shops)

⚬ Meta Robots Tag auf noindex, follow setzen (Google weiß somit, welche Seiten in den Suchergebnissen nicht beachtet werden sollen)

⚬ Duplicate Content Inhalte entfernen oder umschreiben

⚬ bei mehrsprachigen Webseiten sollten Sie das von Google empfohlene Markup verwenden – das sog. rel="alternate" hreflang="x" Link-Attribut

Somit vermeiden Sie, dass Google beim nächsten Crawl die URLs beachtet. D.h sie fallen aus dem Index. Am besten ist es natürlich, Sie achten von vornherein darauf, dass Sie

⚬ immer die gleiche URL-Struktur verwenden

⚬ keine gleichen Texte verwenden und wenn, diese auf noindex setzen

⚬ 301- Weiterleitungen verwenden

⚬ bei verschiedenen Sprachversionen die Search Console nutzen

Technische Onpage-Optimierung

Ihr Onlineshop sollte auf jeden Fall https verschlüsselt sein. Google hat schon 2014 bestätigt, dass https besser rankt als nur http. Im E-Commerce werden die verschiedensten Daten übermittelt, z.B. die Zahlungsart und die dazugehörigen Kontodaten, private Adresse oder Firmen-Angaben. Dies sollte natürlich alles verschlüsselt sein.

Der Title Tag und die Meta Description sind äußerst wichtig, schreiben Sie diese also interessant, damit Sie eine höhere Klickrate aus den Suchergebnissen erreichen. Aktuell ist die Zeichengrenze bei den Seitentiteln ca.60 Zeichen und bei den Meta Descriptions max.300.

Gute Kategorieseiten sind das A und O. Sie werden eher gerankt als die Produktseiten. Auf der Kategorieseite sollten nicht nur die Produkte aufgelistet werden, sondern diese Seite ist wie eine eigene Webseite. Beschreiben Sie Ihre Kategorien, stellen Sie ihre verschiedenen Kategorien vor. Ihre Produktseiten hingegen sind zwar ebenso wichtig, allerdings machen viele Onlinehändler hier den Fehler, möglichst viele Produkte online zu stellen in der Hoffnung, dass es sich positiv auswirkt. Das ist nicht der Fall, überladen Sie das Internet nicht mit Produktseiten. Gestalten Sie Ihre Produktseiten einzigartig (eigener Text, eigene Fotos & Videos) siehe “Text Produktseiten richtig gestalten" oben.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Ladegeschwindigkeit. Wenn die Seite zu lange lädt und der User sofort wieder zur Googlesuche zurückkehrt, ist das ein Indiz dafür, dass die Seite den Anforderungen nicht entspricht. Eine Seite, die schnell lädt, wird von Google als benutzerfreundlich eingestuft. Gerade im mobilen Zeitalter spielt dies eine wichtige Rolle. Die Onlinekäufer heutzutage kaufen nicht mehr nur am Desktop sondern auch über das mobile Gerät ein.

Lesen Sie dazu mehr in folgendem Artikel Google: Mobile First 2018

d.h.

⚬ Shop auf https umstellen

⚬ Kategorieseiten & Produktseiten (laufend) optimieren

⚬ Title Tag und Meta Description interessant schreiben

⚬ schnelle Ladezeit

Blog auf gleicher Domain

Ein Blog ist Goldwert wenn man einige Dinge beachtet. Ist der Blog auf einer separaten Domain oder Subdomain gehostet ist er als SEO Mittel für Ihren Shop fast nutzlos. Bringen Sie also Ihren Blog, wenn Sie einen Ratgeber haben auch diesen auf der selben Domain unter, zum Beispiel in einem Unterverzeichnis. Mit einem guten Blogartikel oder einem guten Ratgeber mit Reviews können Sie den User vielleicht überzeugen das Produkt zu kaufen. Sie können dem Käufer dabei helfen eine Entscheidung zu treffen. Sie geben Tipps und Ratschläge, das mögen Kunden und Sie kommen wieder zu Ihnen zurück. Sie sollten allerdings darauf achten, dass so ein Blogartikel oder ein Review keine Werbung ist. Der Inhalt muss einen Mehrwert für den Besucher haben. Wenn Sie andere (auch nicht Käufer) mit Ihren Texten und Reviews überzeugen, erhalten Sie vielleicht sogar eine Verlinkung auf Ihren Blog, solche Backlinks sind ein enormer Pluspunkt für das Shop SEO und langfristig Goldwert. Lesen Sie hier mehr zum Thema Nicht von gestern: Unternehmensblogs erfolgreich nutzen

Interne und externe Verlinkung

Die richtige Verlinkung ist ebenso Wichtig. Bei Backlinks geht es nicht darum, von möglichst vielen Seiten Links zu bekommen, sondern von den richtigen & für Sie wichtigen Seiten. Für Google ist jeder gute Backlink wie eine Empfehlung von jemandem für Ihren Shop. Allerdings gibt es viele Webseiten, die nicht gerne auf Shops verlinken und leider ist nicht jeder Backlink ein guter Backlink. Diese schädlichen Backlinks müssen Sie finden und entfernen. Sogenannte unnatürliche Links sind meist nicht themenrelevant und kommen oft von Webseiten,

⚬die selber nur schlechte, unpassende Backlinks haben

⚬viel Werbung auf der Seite haben

⚬nicht mehr aktuell sind, d. h. nicht mehr gepflegt werden

⚬nicht modern sind, d. h zum Beispiel Seiten, die unübersichtlich sind mit grellen Farben & viel geblinke

Es gibt aber Tools, zum Beispiel die Search Console, Ahrefs , Majestic oder LinkReasearchTools.com die Ihre Seite analysieren und Ihnen diese unnatürlichen Links aufzeigen. Finden Sie diese Links und entfernen Sie diese.

Verzichten Sie auf alle Fälle auf Pakete, die Sie erwerben können um Backlinks zu generieren. Das Kaufen und Verkaufen von Backlinks wird von Google bestraft. Fragen Sie lieber bei Ihren Lieferanten und Herstellern, ob Sie von Ihnen einen Link erhalten können. Kontaktieren Sie Blogger, die themenrelevante Seiten haben und fragen Sie, ob sie einen Beitrag schreiben oder eine Verlosung anbieten möchten. Stellen Sie Ihre Produkte auch für andere wichtige Seiten für Verlosungen zur Verfügung um so an Links zu kommen. Lassen Sie auch von anderen Kanälen zu sich verlinken, z. B. Facebook, Twitter und Co.

Die interne Verlinkung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im SEO. Google muss erkennen welche Unterseiten eine wichtige Rolle spielen und welche Keywords für diese von Bedeutung sind. Mit einer guten internen Verlinkung können Sie bestimmte, für Sie wichtige Produkte oder Kategorien stärken. Solche Links sollten immer in Texten (Produkttext, Kategorietext usw.) stehen und nicht auf der Seite herumschwirren. Die Verlinkung aus Blogtexten wird auch gerne genutzt und kann angewendet werden, wenn es für den User einen Nutzen gibt.

Nicht mehr lieferbare Artikel

In einem Onlineshop ist es gängig, dass bestimmte Artikel irgendwann nicht mehr existieren, da es eine neue Version, Variante oder ein überarbeitetes Produkt gibt. So ein Sortimentswechsel ist aus SEO-Sicht in erster Linie schlecht, wenn nicht folgende Punkte beachtet werden. Sie sollten keinesfalls die Artikelseite einfach löschen und für den anderen Artikel eine neue Seite anlegen. Idealerweise leiten Sie mit einem 301-Redirect die URL weiter, sodass der Kunde auf einer Seite mit einem ähnlichen Produkt landet oder dem gleichen Produkt nur in einer anderen Farbe, wenn er den Link gespeichert hat oder über eine externe Seite per Backlink oder ähnliches kommt. Sie vermeiden somit, dass der Besucher auf einem sog. broken link landet und Ihre Seite wieder verlässt. Google wird übrigens so auch weitergeleitet. Daher sollte die andere Seite, zu der Sie weiterleiten, für die gleichen Keywords relevant sein wie für die alte Seite.

Die häufigsten Fehler

Die häufigsten Fehler beim SEO für Onlineshops sind relativ leicht zu beheben oder zu vermeiden. Viele Fehler lassen sich alleine schon beheben, wenn Sie die Produktbeschreibung selber schreiben oder zumindest den Herstellertext abwandeln, somit verhindern Sie gar keine Produktbeschreibung zu haben oder Duplicate Content. Desweiteren achten Sie bei Ihrer Produktbeschreibung auf die H-Tags, vermeiden Sie eine Überoptimierung Ihrer Texte, denn das sieht Google nicht gerne. Schreiben Sie keine belanglosen Texte, sondern informieren Sie Ihre potentiellen Kunden. Bei den Produktnamen verwenden Sie einmalige Titel. Online-Kunden suchen nach Begriffskombinationen, versuchen Sie also ihr Produkt mit der Marke, dem Modell und der Artikelnummer zu versehen. Bieten Sie Fotos zur Veranschaulichung Ihrer Produkte an, wenn Sie keine vom Hersteller haben, machen Sie selber welche. Optimieren Sie diese Fotos, das verringert die Ladezeit Ihrer Seite. Achten Sie auf Ihrer interne Verlinkung, aber verlinken Sie nicht sinnlos. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Benennung der URLs. Vergeben Sie keine kryptischen URLs.

Fazit:

Versuchen Sie Ihren Shop so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten und zu optimieren. Alles was für den Kunden gut ist, ist für Ihren Shop gut und somit auch für das Ranking. Hier nochmal die wichtigsten Stichpunkte zusammengefasst:

⚬ Google liebt eine klare Struktur.

⚬ Beschäftigen Sie sich mit einer ausführlichen Keyword Research.

⚬ Vermeiden Sie Überoptimierung, die passiert schneller als gedacht.

⚬ H-Tags müssen existieren und auch so gekennzeichnet werden.

⚬ Versuchen Sie die Produkttexte selbst zu schreiben.

⚬ Vermeiden Sie duplicate content.

⚬ Sinnvolle interne Verlinkungen sind wichtig.

⚬ Die Ladegeschwindigkeit optimieren: je schneller desto besser (z.B mit Fotos/Videos).

⚬ Optimieren Sie die Snippets (Tag Title und Meta Description).

⚬ Erstellen Sie einen Ratgeber oder schreiben Sie einen Blog (auf der selben Domain).

⚬ Sammeln Sie Rezensionen.

⚬ Nicht mehr lieferbare Produkte mit 301-Redirect weiterleiten.

⚬ Keine kryptischen URLs schreiben.

Quellen:

Google Plus
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